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 Betreff des Beitrags: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 19.08.2015 13:41 
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"Komm zurück, Dirne!" pöbelte ihr der Mann hinterher, der soeben hinter ihr her aus der Taverne getreten war. Er taumelte und stützte sich einen Moment lang an der Mauer ab. Sie warf einen Blick zurück und wunderte sich, dass er seinen Bierkrug nicht mitgenommen hatte. Als sie sicher war, dass er sie gesehen hatte, bog sie geschmeidig um eine Ecke und setzte ihren Weg fort, als hätte sie ihn nicht gehört.
Die Vampirin bemühte sich, nicht allzu schnell zu laufen, um ihm die Möglichkeit zu geben, aufzuschließen.
"Bleib stehen!" fuhr er sie an, und Nova tat ihm den Gefallen. Die Gasse war dunkel genug, und sie war sich sicher, dass er sie bei weitem nicht so gut sehen konnte, wie sie ihn.
Das hochgeschlossene, flaschengrüne Wollkleid und der graue Umhang wiesen sie keineswegs als Freudenmädchen aus. Doch die Tatsache, dass sie sich als Frau, nachts und in dieser Spelunke herumtrieb tat es wohl. Was auch ihre Absicht gewesen war.
Sie empfing ihn mit offenen Armen, als er sich auf sie stürzte und ungelenk an dem Halsausschnitt ihres Kleides zog. Sie hörte den Stoff reissen und versenkte ihre Zähne in dem Augenblick in seinem Hals, in dem er sie grob gegen die Häuserwand drückte.

In dem Moment, in dem sein Blut in ihre Kehle rann, war es bereits zu spät. Erst fiel ihr der seltsam chemische Geruch seines Blutes auf, dann spürte sie bereits, wie es ihr die Zunge und den Rachen verätzte. In ihrer Gier hatte sie bereits einen Schwall hinuntergeschluckt und ihm den Hals aufgerissen, so dass sich ein giftiger Strahl über ihr Kleid ergoss und sich mit dem Stoff regelrecht in ihre Haut schmolz.
Quecksilber oder Silberstaub! Jemand hatte ihn vergiftet - jemand, der gewusst haben musste, wo sie bevorzugt jagte. - Wo sie ALLE bevorzugt jagten!
Ein leises Sirren durchschnitt die Luft, und ein Pfeil grub sich in ihre Rippen, und gleich darauf noch einer.
Sie hatte gerade noch zeit, die Tatsache zu bereuen, dass sie sich allein auf die Jagd begeben hatte, bevor sie zu Boden sank. Ihr Körper wurde von heftigen Krämpfen geschüttelt, als das Silber sich seinen Weg durch ihre Eingeweide fraß.
Oh, es würde ihr eine Lehre sein, so unvorsichtig zu sein - falls sie überlebte. Ein leises Würgen war alles, was sie hervorbrachte. Sie fasste sich mit beiden Händen ins Gesicht, und ertastete, dass sich die Haut von ihrem Unterkiefer gelöst hatte und zischend verbrannte, wo das Blut ihres Opfers auf die Haut getroffen war. Sofort fraß sich das mit Silber versetzte Blut auch in ihre Fingerspitzen, und der schmerzerfüllte Schrei entwich als leises, gequältes Wimmern aus der verätzten Kehle.
Neben ihr erstickte der Mann gerade an seinem eigenen Blut. Er war nicht betrunken gewesen, erkannte sie jetzt, sondern bereits vergiftet. Und sie war dumm genug gewesen, sich halbverhungert auf ihn zu stürzen!

Stöhnend blieb sie liegen, als sich plötzlich eine Handvoll Männer mit triumphierenden Schreien auf sie stürzten, und ihr Schwerter und Messer in den Leib rammten. Das schmerzerfüllte Heulen blieb ihr in der Kehle stecken - waren das etwa Silberklingen? Eine der Klingen traf auf ihre Rippen, brach ab und blieb im Fleisch stecken. Natürlich. Nur Silber war so weich, dass es so schnell brechen konnte. Sie konnte fühlen, wie immer wieder auf ihren Rücken eingestochen wurde. Ihr Körper wurde mit einer Flüssigkeit übergossen, die sich genauso ätzend in ihre Haut fraß wie das Blut zuvor. Wer immer diese Männer waren, sie waren vorbereitet. Jemand trat gegen ihren Kopf, so grob, dass ihr Genick brach. Gnädige Ohnmacht umfing die blutüberströmte Vampirin.

"War sie allein?" durchschnitt eine scharfe Stimme die Dunkelheit. Eine Fackel wurde entzündet und beleuchtete eine Gruppe von etwa zehn Kreuzrittern, die sich um das misshandelte Bündel sammelte.
"Es scheint so!" antwortete ihm einer der Männer und bückte sich, um dem bewusstlosen Vampir einen ehernen Ring um den Hals zu legen. Um die Handgelenke schloss er ebensolche, und verband sie mit dem Halsreif.
"Lasst die Bogenschützen trotzdem auf den Dächern warten, bis wir sie ins Haus geschafft haben."

ooc: steigt ruhig mal irgendjemand ein, hier is nix ausgemacht. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 21.08.2015 22:57 
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Er lehnte geduldig wartend an einer Hauswand in einer dunklen Nische zwischen zwei Häusern und beobachtete das Fenster des Hauses in das vor einiger Zeit sein erwähltes Opfer verschwunden war.
Das Kerzenlicht aus dem inneren flackerte und ein Schatten im Innern ruhelos umher, wenn man darauf angewiesen war zu töten um zu überleben neigten einige dazu eine Art Beuteschema an zu nehmen. Seins waren inzwischen die gewaltbereiten, die unkontrollierten.
Er war diesem Mann bereits mehrfach begegnet wenn er früh morgens, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen das Haus berührten, seine zwei Söhne zur Arbeit aus dem Haus jagte. Dabei konnte man noch 3 Meilen gegen den Wind den Alkohol wahrnehmen der aus jeder einzelnen seiner Poren drang.
Danach widmete er sich meist seiner Frau und an den ganz einsamen Tagen auch seiner Tochter.
Es gab eine Zeit da wäre der Mann bereits nicht mehr am Leben, er wäre aus Affekt aus dieser Welt getilgt worden und das auf die möglichst grausame Art die einem wütenden Vampir eingefallen wäre.
Doch wäre er damit nicht besser gewesen als dieser Mann, seine körperliche Überlegenheit nutzen um die Schwachen zu terrorisieren.

Der Schatten hörte auf zu Tanzen es war so weit, der Alkohol hatte ihn nun endlich in Morpheus Arme getrieben. Die bislang verschränkten Arme lösten sich er stieß sich von der Wand ab und bewegte sich zügig auf die Türe zu.
Das Türschloss konnte ihm keinen Einhalt gebieten, er drückte die Türe auf wobei das Holz leise knackend nachgab. Er wusste nicht was zuerst nachgab, der Riegel oder das Holz der Tür aber der Widerstand verschwand und die Tür schwang auf.
Geräuschlos huschte Cronos in das Haus, Mutter und Kinder schliefen in einem Nebenzimmer hinter einer weiteren verriegelten Tür die weniger ungebetene Gäste als mehr andere Mitbewohner fernhalten sollte.
Er bewegte sich weiter ins Wohnzimmer wo der Hausherr vornüber zusammengesackt auf einem Tisch lag und seinen Rausch im eigenen Sabber ausschlief.
Cronos verweilte noch einige Sekunden in einer Art abgestoßenem Mitleid bevor alles ganz schnell ging, von hinten griff die rechte Hand um den Kopf des Mannes herum und verdeckte gleichzeitig den Mund während er den Kopf und damit den Oberkörper des Mannes nach hinten zog um ihn aufzurichten.
Jeder Schrei wurde so im Keim erstickt als die Zähne sich in die Kehle bohrten und absichtlich ein unnötig großes Stück Fleisch heraus rissen um es dann auf den Boden zu spuckte, das Blut schoss augenblicklich aus der offenen Halsschlagader.
Cronos verschloss die Wunde mit dem Mund und nährte sich, das Herz pumpte panisch doch die Kraft verließ den Körper bis er schlaff im Stuhl hing. Es war schwierig sich zu zwingen auf zu hören bevor der letzte tropfen Blut verzehrt war, aber es war wichtig das sich einiges des roten Lebenssaft über den Boden verteilte.
Am Ende sollte das Dorf von dem Betrunkenen reden der die Tür nicht richtig verschlossen hatte und von einem wilden Tier gerissen wurde, dafür war alles vorbereitet und als Cronos beim hinaus gehen die Kerze mit blutigen Händen löschte streckte ein unnatürlich großer schwarzer Wolf den Kopf zur Tür herein.
Der Vampir lächelte als er dem Wolf zuflüsterte "Der Rest ist für dich aber leise die Kinder schlafen!".
Er verließ das Haus und bewegte sich Richtung Taverne des Dorfes.

Noch bevor er sein Ziel erreichte drang eine Stimme durch die Nacht an sein Ohr
"War sie allein?"
Instinktiv wich er von dem offenen Weg den er beschritten hatte in die Schatten eines Hauses. Dann horchte er ins dunkel hinein.
"Lasst die Bogenschützen trotzdem auf den Dächern warten, bis wir sie ins Haus geschafft haben."
Er hob den Blick und suchte die Dächer ab und tatsächlich konnte er nicht weit entfernt einen Bogenschützen auf einem Dach patrouillieren sehen, was konnte das bedeuten? Es war nicht üblich das gut ausgerüstete Bogenschützen Nachts in einem Dorf wache standen.
Die Neugier war geweckt, schnelle gezielte Schritte brachten Cronos an den Fuß des Hauses auf dem der Bogenschütze ihm gerade den Rücken zu gedreht hatte um die andere Richtung zu überblicken.
Ein großer Fehler, denn es reichte ein kraftvoller Sprung und ein kurzer Schwung gebender Zwischenstopp auf einem Fensterbrett um Cronos hinter den Bogenschützen zu befördern. Ein Griff an Kin und Hinterkopf, ein Ruck und der Schütze sank zu Boden.
Hastig sah sich Cronos um damit er nicht eine weitere Wache auf diesem Dach übersah doch hatte er Glück er sah zwar mindestens zwei weitere Bogenschützen aber die waren strategisch auf andere Dächern verteilt, zu weit weg das ein menschliches Auge ihn auf diesem unbeleuchteten Dach sehen konnte.
Er ließ den Blick kurz über den toten vor ihm schweifen, ein ganzer Köcher voll Pfeile, ein Hochwertiger Bogen den sich kein normaler Dorfbewohner hätte leisten können und die Pfeilspitzen doch bevor er viel Zeit damit vergoldete huschte er zu der Dach kante aus deren Richtung er die Stimme vernommen hatte, automatisch zuckte er zurück als er das Licht der Fackel sah.
Er ging in die Hocke und beobachtete die Männer die im Fackelschein eine ziemlich übel zugerichtete Frau in Ketten gelegt hatten und abtransportieren wollten, nun erkannte Cronos auch von welchem verdammten Schlag diese Männer waren. Der Bogenschütze war nach vorne gefallen deshalb hatte er das Zeichen nicht gesehen, das diese Dreckskerle so Stolz auf ihrer Brust trugen doch im Fackelschein waren sie kaum zu übersehen.
Voll unterdrücktem Hass entfuhr ihm ein leises "Kreutzritter" wobei dieses Wort mehr wie der schlimmste Fluch Klang den er aus zu sprechen wagte.
Wer auch immer die Gefangene war, er musste Ihr helfen...doch bei so vielen wäre ein direkter Angriff auch sein eigener Tod oder schlimmeres.

off: Ich bin mal so frei, auch wenn ich mich damit quasi zweiteile

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 Betreff des Beitrags: Re: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 26.08.2015 13:13 
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Der Bogenschütze hatte noch nicht einmal zeit gehaben, den Kopf in die Richtung zu drehen, aus der er das leise Geräusch vernommen zu haben glaubte. Noch bevor er den reflexhaften Griff nach einem der silberbedampften Pfeile vollenden konnte brach sein Genick mit einem Übelkeit erregendem Knirschen. Hätte er es geschafft, den Pfeil herauszuziehen hätte die bloße Berührung mit der bloßen Haut eines Untoten sofort Brandwunden auf dieser hinterlassen.
Sämtliche ihrer Waffen waren mit einer speziellen Mischung aus geweihtem Silber überzogen, die es Vampiren und auch Werwölfen zumeist nicht einmal ermöglichte, diese zu berühren ohne sich zu verbrennen. Entsprechend groß war der Schaden, den diese Waffen anrichteten.
Obwohl der Tote ganz offensichtlich zur Elite gehörte, und wohl nicht seinem ersten Untoten begegnet war, hatte der Vampir ihn überrascht. Die Anderen zu töten würde wohl kaum genauso leicht werden. Falls Cronos den Toten durchsuchen würde und dabei keine Handschuhe trug könnte er sich übel an der Rüstung und dem Weihwasserdurchtränkten Umhang verbrennen. Am Gürtel des Schützen befanden sich noch einige runde, mit irgendeiner Flüssigkeit prall gefüllte Blasen und ein fest verschlossener Beutel, an dessen Öffnung Silberstaub glitzerte. Ohne Zweifel waren auch die anderen Kreuzritter ähnlich ausgerüstet.

Die beiden anderen Bogenschützen auf den Dächern sowie ein weiterer, der sich in einem Turm verschanzt hatte und das Ganze aus einer beinahe unmöglich einzunehmenden Position heraus beboachtete schienen noch nicht bemerkt zu haben, dass ihr Kollege sich nicht mehr bewegte. Sie hatten aber genauso wie er ein wenig in ihrer Wachsamkeit nachgelassen, nachdem sich die eisernen Fesseln um die Handelenke der bewusstlosen Vampirin in der Gasse geschlossen hatten. Ihre Aufmerksamkeit schweifte immer wieder zu dem inzwischen von zwei Fackeln erleuchteten Pulk aus sechs oder sieben Kreuzrittern, der sich um das blutverschmierte Geschöpf auf dem Boden gebildet hatte. Ein eisenbewehrter Stiefel versetzte der Vampirin einen Tritt, und selbst auf dem Dach konnte man hören, wie weitere Rippen wie Stöckchen brachen. Der Kreuzritter spie auf das Wesen zu seinen Füßen und warf dann einen Blick in die Runde.
"Lasst euch von ihrem Aussehen nicht täuschen. Sie sind nicht besser als Tiere!" schwor er seine Männer erneut ein.
Wachsam suchte er die Umgebung ab, bevor er weitersprach.
"Erst vor zwei Nächten wüteten sie hier, und der Vogt hatte recht damit, uns hierher zu holen. Wir werden diese Ausgeburten der Hölle ausmerzen und dieses Dorf wieder sicher machen!"
Unwillkürlich hatte sich beim Sprechen seine Hand auf sein Schwert gesenkt, während er sprach. Mit einigen wenigen, knappen Anweisungen schickte er je zwei der Männer in verschiedene Richtungen und bückte sich dann, um in den blutverkrusteten Haarschopf der Vampirin zu greifen und sie hinter sich her in das Haus zu zerren. Die langen, dunklen Locken boten einen festen Griff, während der Kopf der Vampirin auf dem gebrochenen Genick haltlos pendelte. Ihr Körper brachte durch die vielen schweren Verletzungen nicht genügend Blut auf, um den Knochen sofort zu heilen, wie er das normalerweise tun würde.
Der Anführer schleifte sie in eine behelfsmässige Zelle, wo er die eisernen Fesseln am Hals mit einer Kette verband, die an einem tief im festgestampften Boden verankerten Pflock befestigt war. Effektiver wäre es gewesen, sie zu pfählen und sich durch die dadurch eintretende Starre zu versichern, dass sie ihnen nicht gefährlich werden konnte. Aber die Dunkelhaarige schien weder besonders stark, noch besonders schlau zu sein, so schnell wie sie sich einfangen hatte lassen. Und sie war allein.

Ein triumphierendes Grinsen huschte über sein Gesicht, als er den Sitz der Fesseln begutachtete und sich wieder nach draussen begab, wo sich eben zwei seiner Männer vor der Tür postierten.
"Gute Arbeit. Wenn uns das Glück hold ist, dann fangen wir heute noch eine weitere dieser Kreaturen. Und falls nicht, dann können wir dieses Monster morgen früh dem Sonnenaufgang übergeben.
Ihr bleibt hier, und wir führen die Patroille auf dem Friedhof fort."
Mit diesen Worten nahm er einem von ihnen die Fackel ab und schwenkte sie dreimal über seinem Kopf. Das vereinbarte Zeichen, dass die Bogenschützen ihren Standort zu wechseln hatten. Von drei Stellen aus blitzte ihm sofort eine Antwort im Mondlicht entgegen. Nur der vierte Schütze gab keine Antwort.
Die Nackenhaare des Anführers stellten sich auf, ohne dass er genau sagen konnte wieso. Aber er verließ sich auf sein ungutes Gefühl.
"Es scheint, als hätten wir bereits einen Anwärter auf den zweiten Platz neben dem Monster dort drinnen!" raunte er den beiden Türstehern zu, während er das vereinbarte Zeichen mit der Fackel gab.
Sofort richtete sich der Pfeil des Turmschützen auf das Dach, auf dem Cronos gestanden hatte und die beiden anderen zogen sich in die Schatten zurück, um lautlos dorthin zu gelangen wo sie ihn vermuteten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 26.08.2015 23:11 
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Großbeisser
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Er verschwende nicht viel Zeit die Gruppe Männer dabei zu beobachten wie sie ihre Gefangene durch die Gassen schleiften, es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Wachwechsel kam oder ein zusammenziehen der Truppen nach ihrer offensichtlich erfolgreichen Jagd, spätestens dann würde der Bogenschütze fehlen. Cronos zog sich zurück zur Leiche als er das unangenehm laute Knacken von Knochen hörte das ihn tatsächlich leicht zusammenzucken ließ. Er bewegte sich geduckt, der dunkelgraue Umhang den er trug sollte ihm ebenfalls einen gewissen Schutz vor allzu wachsamen Augen in der Dunkelheit bieten.

Er hockte sich neben die Leiche mit dem verdrehten Kopf und sah an ihr hinab, die Hand des toten umklammerte noch krampfhaft einen Pfeil. Cronos griff danach und zog einen der Pfeile heraus in dem Moment in dem die Pfeilspitze den Köcher verließ ahnte er bereits mit was für einer Bewaffnung er es zu tun hatte. Es war Silber, rein vermutlich zur Sicherheit auch von einem Pfaffen gesegnet. Er musste schmunzeln, als er mit der Pfeilspitze kurz seinen linken Handrücken berührte. Es zischte sofort als würde glühendes Metall auf Fleisch treffen. Es bildeten sich kleine Brandbläschen und ein leichter Duft nach verbranntem Fleisch machte sich breit.
Die Berührung war jedoch zu kurz um ihm in seinem frisch gestärkten Zustand eine länger bleibende Wunde zuzufügen. Als er den Pfeil fallen ließ und seinen Stahldolch aus der Scheide zog die hinten an seinem Gürtel befestigt war, hatte die Wunde bereits begonnen zu heilen und sich wieder zu schließen. Der Schmerz des Silbers selbst war ihm mehr als geläufig, er war bereits so abgestumpft das er keine Miene verzog sondern nur Wortlos seine Zähne etwas fester zusammen biss. Sein zweiter Dolch, inzwischen ein Zwilling des gezogenen Stahldolchs, war ebenso mit Silber überzogen. Verletzungen mit so einer Klinge hielten die Wunden bei den meisten Untoten und Werwölfen die Wunden länger offen, meist waren diese Verletzungen auch weitaus schmerzhafter als normale Schnitte. Doch an den Schmerz konnte man sich gewöhnen, mit jedem Schnitt wird er leichter zu ertragen. Er betrachtete seine vollkommen von vernarbten Schnitten übersäte Handfläche, inzwischen kletterten die Narben bereits seinen Unterarm hinauf. Das schmunzeln wurde zu einem kurzen lächeln, es war einfacher wenn man wusste wofür man etwas machte.

Die folgenden Handgriffe waren schnell und gezielt, darauf achtend die Rüstung des Schützen nicht unnötig zu berühren. Er zerschnitt den Lederriemen der den silbernen Helm des Schützen auf seinem Kopf hielt und stieß den Helm mit der Klinge beiseite. Nun konnte er die linke Hand im Haar vergraben, er stach zu, riss am Haar und machte schneidende Bewegungen mit der im Hals versunkenen Klinge. Eine Blutlache wuchs schnell unter dem armen Teufel der das Pech hatte im falschen Moment in die falsche Richtung zu gucken, der Stoff sog sich bereits voll als ein letzter Ruck den Kopf vom Rest trennte. Der Dolch wanderte wieder in die Scheide und Cronos hob den Blick über die anderen Dächer als er ein aufblitzen an anderen Positionen bemerkte, eiliger als zuvor huschte er zum Rand des Daches wo er den Anführer eine Fackel schwingen sah.

Er musste sofort von diesem Dach runter, geduckt aber zügig bewegte er sich zu der den Bogenschützen abgewandten Seite und sprang ohne zögern herunter. Die Linke immer noch in den Haaren des Schützen vergraben setzte er seine Flucht fort nah an die Wände gedrückt um erhöhten Beobachtern gegebenenfalls die Sicht zu erschweren, das Gebäude auf dem er eben noch war zuerst noch im Rücken bog er hinter dem nächsten Gebäude ab so das zum zwischen ihm und dem Gebäude mit der Leiche Hindernisse waren er sich aber grob parallel zu dem Ort zu bewegen an dem der vermeintliche Anführer eben die Fackel geschwungen hatte.
Er wollte nicht davon Laufen, er wollte nur niemandem in die Arme laufen der seinen Kameraden einen Kontrollbesuch abstatten wollte. Hastig sah er sich um, als er sicher war das gerade keine Wache oder Nachtschwärmer um die Ecke kam löste er seinen Umhang und wickelte ihn zügig um den Kopf und nahm ihn dann wie einen Beutel wieder in die linke, ohne weitere Verzögerung bewegte er sich weiter an den Wänden entlang. Die Sinne geschärft, aufmerksam lugte er um die Ecke bevor er seinen Weg fortsetzte. Die Rechte auf dem Griff seines Stahldolchs, einen Angriff erwartend. Sein Ziel war es das Gebäude oder besser die Gasse zu finden die zu dem Gebäude führte in das sie Ihre Gefangene gebracht hatten, vielleicht kam er ohne großes Aufsehen oder Kampf hinein.
Wenn er einen solchen Weg nicht fand sanken seine Chancen rapide, diese Männer waren für das hier ausgebildet, ausgerüstet, gut vorbereitet und Überzahl. Er könnte Hilfe wirklich gut gebrauchen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 27.08.2015 15:19 
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Anscheinend hatte der Vampir das Flachdach keinen Moment zu früh verlassen. Nur einen Augenblick, nachdem er gesprungen war, wurde eine der Blasen, die sich auch am Gürtel seines Opfers befanden, mit Wucht in die Dunkelheit neben der Leiche geschleudert. Das Geschoss platzte auf und eine Mixtur aus Weihwasser und Silberstaub spritzte in alle Richtungen. Eine ausgeklügelte Waffe, die sich ausschließlich gegen Untote richtete und im schlimmsten Fall auch einiges an Schaden anzurichten vermochte. Die Auswirkungen konnte man im Moment an der immer noch reglosen Brujah beobachten, die in unnatürlich verrenkter Haltung neben dem Pfahl angekettet lag. Wäre sie ein Mensch gewesen, hätte man sie durch fehlende Atmung und Herzschlag zweifellos für tot gehalten. Doch als Unsterbliche musste man ihr schon den Kopf abschlagen oder sie in die Sonne zerren, um sie zu vernichten. Das geweihte Silber befand sich bereits in ihrem Blutkreislauf und würde die Regeneration noch tagelang verzögern oder sogar verhindern. Da und dort konnte man beobachten, wie sich weitere Silberpartikel in ihr Fleisch fraßen, als hätte man sie mit purer Säure übergossen. Die Unterlippe sowie Haut und Gewebe hatten sich am Kinn völlig abgelöst und ließen den Blick auf den Kieferknochen und perfekte, schneeweiße Vampirfänge frei. Hätte es einen Zweifel daran gegeben, dass sie nicht menschlich war, dann wurde er durch die Offenlegung dieser unnatürlich scharfen Eckzähne sofort beiseite gewischt.

Draussen hatten indessen einer der Bogenschützen das Dach erklommen, unter ständiger Deckung des Turmschützen, der ihn keinen Moment lang aus den Augen ließ. Die Bewegungen des Mannes wirkten routiniert und geschmeidig, wenngleich er es auch nicht mit der übernatürlichen Geschwindigkeit eines Vampirs aufnehmen konnte. Aber ihnen war allen klar, dass es tödlich war, sich auf einen Nahkampf mit einem dieser Wesen einzulassen. Daher auch die fast lächerlich übertriebene Bewaffnung. Und doch hatte es einen von ihnen erwischt. Der Kreuzritter sank neben seinem Kameraden aufs rechte Knie, um sich zu überzeugen, dass er ihm nicht mehr helfen konnte. Als er erkannte, dass der Kopf des Toten fehlte, verriet ein leises Zucken seiner Mundwinkel, dass er ein Würgen unterdrückte. Hastig schlug er ein Kreuzzeichen über dem Leichnam und richtete sich wieder auf. Er orientierte sich kurz, gab seinem Kameraden unten auf der Straße seine Richtung vor und nahm dann denselben Weg, den auch Cronos nur kurze zeit zuvor genommen hatte. Er ging davon aus, dass das zweite Monster nicht so dumm war, sie offen anzugreifen und versuchte sich die Wege durch die Schatten so zu bahnen, wie er es von dem Vampir erwartet hatte. Wenn er recht hatte, dann würden sie den Untoten nun einkreisen. Seine Hand krampfte sich um die zweite Blase, die er gleich darauf in die undurchdringliche Finsternis vor sich warf. Er hörte, wie sie auf den Pflastersteinen aufplatzte. Nichts passierte.
Von der gegenüberliegenden Seite würde ihm ihr Anführer entgegenkommen, und der zweite Bogenschütze würde genau wie er auf der anderen seite der Gasse die Durchgänge zwischen den Häusern kontrollieren. Sie gingen nicht davon aus, dass der Vampir zu dem weiblichen Untoten gehörte. Es hatte nur Berichte über Einzelangriffe gegeben. Diese Tiere teilten ihre Beute nicht gern. Sie vermuteten, dass er flüchten wollte.
Der Schütze zog trotzdem mit der Linken seinen Dolch und griff nach der dritten Weihwasserblase. Seine letzte. Ausser dieser hatte er nur noch den Silberstaub, der ihm einen gewissen Abstand gewähren könnte, wenn es doch zu einem Kampf kam.
Er hörte einen undeutlichen Ruf, einige Straßen weiter und überschlug, wie weit sein zweiter Bogenschütze noch weg war, während er selbst sich ruhig verhielt. Er hatte nicht genug freies Sichtfeld, um seine Position vielleicht an den Vampir zu verraten. Als er um die nächste Ecke bog glaubte er eine Bewegung wahrzunehmen und warf auf gut Glück seine letzte Blase, die in einem Schwall zerplatzte.
"Stehenbleiben!" rief er aus, sich gewiss dass er soeben in jedem Fall seine Deckung aufgegeben hatte. Noch im Ruf sprang er nach vor, um sich auf die Gestalt zu stürzen, von der er glaubte, dass es sich um den Vampir handelte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 27.08.2015 22:12 
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Er war schon beinahe so weit gewesen seiner geheimen Hoffnung klein bei zu geben das er sich einfach um sie herum schleichen konnte als seine geschärften Sinne das Geräusch von Schritten irgendwo vor ihm verrieten, Aprubt hielt er inne und wollte kehrt machen als hinter sich das Splittern von Glas vernahm. Sie wussten offensichtlich nicht genau wo er war doch sie kamen unangenehm nah, auf die Dächer konnte er nicht wegen der verbleibenden Bogenschützen. Er steckte in dieser Gasse fest. Seine Gedanken rasten alles in ihm, sein Verstand, sein Instinkt, seine Erfahrung suchten nach Optionen, Möglichkeiten und Wege die ihm offen standen. Er konnte seine Flügel nutzen, vermutlich war er wendig genug den ersten Pfeilen zu entwischen doch würden sie dann genau wissen wo er war und selbst wenn er hoch genug kam um außerhalb der Reichweite zu sein könnte er nicht mehr Landen ohne ein hervorragendes Ziel ab zu geben.
Nein Fliegen würde eine Flucht erzwingen und wen immer sie gefangen hatten dürfte nicht zurück gelassen werden, es waren bereits genug Untote verschwunden. Lycaner hatte er seit Jahren keinen mehr mit eigenen Augen gesehen und auch unter seines gleichen wurde es selbst für einen Vampir recht einsam. Dafür wuchsen diese fanatischen Menschengruppen immer weiter und töteten alles was in ihren Augen anders war, nicht einmal vor ihres gleichen machten sie halt. Cronos zog seinen Dolch sein Blick wechselte immer zwischen den beiden Eingängen der Gasse hin und her als er einen der anderen Schützen um die Ecke bog und beinahe Zeitgleich eine gläserne Blase nach ihm warf. Es war zu spät und seine Reflexe übernahmen das Handeln. Spielraum gab es kaum mehr und die Flucht nach vorn war die einzige Möglichkeit.
Er duckte sich unter dem Wurfgeschoss weg und machte einen Kräftigen Satz nach vorne auf den Schützen zu, der mit einem lauten Ruf etwas Ähnliches zu tun. Den Dolch hatte er zwar in der rechten aber seine Attacke auf den schützen startete er mit dem Bündel in seiner linken. Beim Satz nach vorn hatte er den Oberkörper nach links gedreht, nun nutzte Cronos den gesamten Schwung und alle Kraft die sein vampirischer Körper auf bringen konnte und zielte mit dem Bündel aus Mantel und ganzem Kopf auf die Seite seine ebenfalls auf ihn zuspringenden Angreifers ungefähr auf Brusthöhe. Zweifelsfrei, sollte er treffen, würde es den Angreifer das Gleichgewicht Kosten selbst wenn dieser sich mit seinem rechten Arm schützen sollte. Ein Nachteil wenn man eine Rüstung trug der knapp 5kg schwere Kopf mit dem er zuschlug sollte das Übrige dazu beitragen.
Wenn das Gleichgewicht erst einmal zu wanken begann konnte er mit seinem Dolch in der Rechten den Schwung des zurück prallenden linken Arms nutzen und direkt mit dem Dolch in der rechten aus einer weiteren daraus folgenden Drehung des Oberkörpers nachsetzen, diese Attacke wäre allerdings tödlicher angelegt da er auf den Hals abzielen würde nachdem ein wegducken bei Gleichgewichts Schwierigkeiten recht unwahrscheinlich war.
Jetzt würde sich zeigen wie viel Nahkampferfahrung diese Schützen hatten, alles was er in diesem Moment hoffe und was ihm alles verderben könnte war das die Schritte die Cronos eben vor sich gehört hatte doch näher an seiner Position waren als gedacht und die Verstärkung des Schützen schneller hier eintraf als gehofft.
Doch konnte er daran nun nichts mehr ändern, die Würfel waren bereits gefallen.

weit weg vom Kampf in einem der letzten Häuser vor dem Waldrand. Der große schwarze Wolf, groß genug um nur als unnatürliche Abnormität beschrieben zu werden wenn man es nicht besser wusste, hatte sich inzwischen an Cronos Resten gelabt und den ehemaligen Familientyrann großzügig über den Fußboden verteilt. Die Schnauze noch vom Blut sauber leckend zwängte er sich durch die Tür wieder hinaus und hinterließ dabei deutliche Pfoten abdrücke die in ihrer Größe eher einem Bären als einem Wolf zuzuordnen waren. Doch selbst so verwirrende Spuren waren für die Menschen leichter zu glauben und erregte weniger aufsehen als ein blutleerer Kadaver mit Bisswunde am Hals.
Als der Wolf wieder an der frischen Nachtluft war nahm er auf dem Boden schnüffelnd die Fährte seines Freundes wieder auf, sie führte ins Dorf zurück. Langsam trabte er der Spur hinterher, die Witterung der Templer hatte er noch nicht auf genommen da seine Nase vom Blut, den Gerüchen und Eindrücken des Hauses noch getrübt war in dem er eben noch so ausgiebig gefressen hatte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Monster in Nöten
BeitragVerfasst: 28.08.2015 12:46 
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Der Turmschütze versuchte in der Zwischenzeit, seine Ordensbrüder nicht vollends aus den Augen zu verlieren. Immer wieder huschte sein Blick in die Dunkelheit, in der der erste Schütze verschwunden war. So schnell, wie er sich auf dem Dach wieder aufgerichtet hatte, war für den Toten wohl jede Hilfe zu spät gekommen.
Die finsteren Gassen machten es nun allerdings schwierig, ihm ordentliche Deckung zu verschaffen. Er versuchte abzuschätzen, wo er sich als nächstes im schwachen Mondschein zeigen würde und folgte dem Weg vage mit der Spitze des eingelegten Pfeiles. Dummerweise hatte er nicht nur einen, sondern insgesamt drei Männer, die es zu beschützen galt. Er war schnell mit seinen Pfeilen, doch musste er sorgfältig überlegen, wer wohl als erstes auf den Vampir treffen würde, von dem er zuvor bestenfalls einen schemenhaften Umriss erkennen hatte können. Im Fall eines Angriffs würde er den entscheidenden Schuss setzen müssen, der seine Brüder retten konnte. Für einen Nahkampf waren sie alle nicht schnell genug, gemessen an der übernatürlichen Geschwindigkeit eines Vampirs. Aber gemeinsam hatten sie eine Chance.
Mit zusammengekniffenen Augen folgte er einige Herzschläge lang dem Weg des Anführers. Dieser bewegte sich langsam, in einer Hand ein Kurzschwert, in der anderen eine der Weihwasserbomben, in die Richtung, in der sie den Vampir vermuteten. Der Turmschütze suchte kurz, aber gründlich die direkte Umgebung des Mannes ab, dann wandte er seine Aufmerksamkeit auf den zweiten Bogenschützen, der sich ähnlich bewaffnet ein Stück weiter mitten auf der Straße bewegte. Sie kreisten ihr Ziel also ein - das war gut. Der Ruf des zweiten Bogenschützen verriet seine Position den anderen beiden wie vereinbart. Doch soweit er sehen konnte befand sich niemand in der direkten Umgebung des Mannes.
Erst der Schrei des ersten Schützen brachte ihn dazu, hastig mit dem eingelegten Pfeil die Gasse abzusuchen, in der er ihn zuletzt gesehen hatte. Er konnte nur zwei Schatten erkennen, die sich in der Dunkelheit verkeilt hatten. Offensichtlich hatte dieser Schütze den Vampir gefunden. Oder umgekehrt.

Unten in der Gasse sah sich der Kreuzritter dem Monster gegenüber, das sie gesucht hatten. In Sekundenbruchteilen hatte er erkannt, dass er um einen Kampf nicht herumkommen würde.
Er hatte gehofft, dass das Weihwassergeschoss mehr Schaden anrichten würde. Aber noch im Sprung hatte er das Band gelöst, das um den Silberstaubbeutel lag. Innerlich wünschte er sich noch eine der Blasen, die um einiges effektiver zu schleudern waren.
Noch bevor er mit dem Beutel in der Rechten irgendetwas versuchen konnte, wurde er ihm in einer Silberstaubwolke aus der Hand geschlagen. Fast im selben Moment spürte er, wie ihm der Aufprall des Vampirs die Luft aus den Lungen trieb. Warum verbrannte der Dämon sich nicht an seiner Rüstung? Das hätte ihm wertvolle Zeit verschafft, in der ihn die anderen finden könnten - oder in der der Turmschütze das Monster erschiessen könnte!
Er stolperte nach hinten und verlor das Gleichgewicht.
Reflexhaft versuchte er, den Dolch in seiner Linken in die Seite des Vampirs, der ihn gerammt hatte, zu bohren und gleichzeitig mit der nun leeren Rechten Halt in der Kleidung des Vampirs zu finden, um ihn mit sich zu reissen. Dabei nahm er in kauf, selbst verwundet zu werden.
Ihnen war eingebleut worden, einen Nahkampf nur mit der Gewissheit zu sterben zu provozieren. Und wenn er nun also sterben sollte, dann wollte er so viel Schaden wie möglich anrichten - und dem Turmschützen so viel Zeit wie möglich verschaffen.
Dieser war nun in der unangenehmen Lage, Freund und Feind nicht mehr unterscheiden zu können. In der Dunkelheit der Gasse war es schwer zu sagen, wer nun wen im Griff hatte.
Doch ihm war bewusst, dass sein Bruder so gut wie tot war.
Mit einem Stoßgebet auf den Lippen ließ er die Bogensehen los und zielte dabei genau in die Mitte des Knäuls, in der Hoffnung den Vampir zu treffen.

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